Infoportal zu Gesundheitsauswirkungen von Schadstoffen

Fortpflanzungsstörungen

In einigen europäischen Ländern hat einer von fünfgeschlechtsreifen Jungen eine so geringe Spermiendichte, dass er möglicherweise Schwierigkeiten haben wird, jemals ein Kind zu zeugen. Grund dafür könnte eine Störung der männlichen Hormone durch Umweltschadstoffe sein. Bestimmte Chemikalien – endokrine Disruptoren –  wirken stark auf den Hormonhaushalt ein . Eins von sechs Paaren in Großbritannien hat heutzutage Schwierigkeiten, ein Kind zu bekommen. In Frankreich ist die Spermiendichte über einen Zeitraum von 16 Jahren um ein Drittel gesunken. In Spanien wurden ebenfalls dramatisch abfallende Werte gemessen.

Die Ergebnisse von Tierversuchen deuten an, dass das ganze Spektrum von Fehlbildungen im Bereich der männlichen Sexualfunktion (Testikuläre Dysgenesie) in Verbindung mit einer Schadstoffexposition im Mutterleib gebracht werden kann. Es wurde auch nachgewiesen, dass Phtalateinwirkung während der Schwangerschaft eine Ursache für Hodenhochstand sein kann.  Phtalate, die als Weichmacher in Plastik vorkommen, sind vermutlich hormonell aktiv. In Tierversuchen wurde festgestellt, dass eine Belastung mit Bisphenol A (BPA) im Mutterleib oder während der frühkindlichen Entwicklung zu bleibenden Störungen der Sexualfunktion führen kann. Aucheine sehr frühe Pubertät oder Fruchtbarkeitsprobleme können auf BPA zurück gehen. Auch in fleckenabweisenden Materialien und Anti-Haftbeschichtungen stecken endokrine Disruptoren, die sich negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirken.

Der neueste Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über hormonell aktive Chemikalien bestätigt, dass diese Stoffe Anlass zur Sorge geben, nicht zuletzt wegen der oben genannten Fruchtbarkeitsstörungen.

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