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Diabetes

Diabetes-Spezialisten erkennen inzwischen an, dass bestimmte Chemikalien und Schwermetalle eine Rolle bei der Entstehung von Diabetes spielen könnten. In einer Studie, die 2011 in der Fachzeitschrift Diabetologia erschien, beschreiben die Autoren, wie Umweltschadstoffe die Insulin-bildenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse schädigen: Bisphenol A (BPA), PCBs, Dioxin, bestimmte Pestizide, Arsen, Schwermetalle und weitere Substanzen können die Funktionsweise der Beta-Zellen beeinflussen, deren Fähigkeit, Insulin zu produzieren behindern und eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Typ-2-Diabetes spielen.

Laut einer spanischen Studie erwies sich BPA als möglicher Einflussfaktor auf den Glukosestoffwechsel. Schwedische Wissenschaftler haben Blutproben auf den Gehalt von Phtalaten (vermutlich hormonell aktive Stoffe) überprüft. Sie stellten fest, dass die Wahrscheinlichkeit, Typ-2-Diabetes zu entwickeln, bei den Spendern mit hohem Anteil von Phtalaten im Blut doppelt so hoch war.

Der jüngste Forschungsreport der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt auf, dass die chemischen „Dickmacher“, die in Tierversuchen als Auslöser von Fettleibigkeit identifiziert wurden, mit einer veränderten Glukosetoleranz einhergehen und die Insulinresistenz verringern – beides Anzeichen von Diabetes.

Diabetes breitet sich in Europa wie eine Epidemie aus. Die Zahl neuer Krankheitsfälle hat sich in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt und wird vermutlich jährlich um 1% steigen. Die Krankheitsraten variieren dabei stark: in Island ist jeder 65. in der Altersgruppe der 20 bis 79-Jährigen betroffen, in Deutschland und Zypern jede/r Zwoelfte.

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